Welche Figur aus Davenger steckt am meisten in mir?
Carly, Cecile oder Georgiana? Eine persönliche Antwort über Sehnsucht, stille Stärke und die Gefühle, aus denen meine Geschichten entstehen.
Ich schreibe keine Figuren, die völlig losgelöst von mir existieren. Und meist schreibe ich aus Gefühlen heraus, die ich selbst kenne.
Es ist eine Frage, die mir Leserinnen inzwischen häufiger stellen.
Carly?
Cecile?
Georgiana?
Und die ehrliche Antwort lautet:
Nicht vollständig und auch nicht eins zu eins.
Aber jede von ihnen trägt einen Teil von mir in sich. Einen Teil meiner Gedanken, meiner Ängste, meiner Sehnsüchte oder meiner Art zu lieben.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum sich meine Geschichten für manche Leserinnen so emotional anfühlen. Weil ich keine Figuren „erfinde“, die völlig losgelöst von mir existieren.
Ich schreibe aus Emotionen heraus, die ich selbst kenne.
Carly und der Wunsch nach Freiheit und echter Liebe
Von allen Figuren ist Carly vermutlich diejenige, die meine Sehnsucht am deutlichsten trägt, zumindest innerlich.
Carly möchte lieben dürfen, ohne sich selbst zu verlieren. Sie möchte frei sein und gleichzeitig gehalten werden. Stark sein und trotzdem nicht immer alles allein tragen müssen.
Das ist etwas, das mich schon lange begleitet.
In „Davenger – Die gekaufte Braut“ wird Carly in eine Situation gedrängt, die sie sich nie ausgesucht hätte. Eine arrangierte Ehe. Ein fremdes Herrenhaus. Ein Mann, dem sie misstrauen müsste.
Nicht perfekt, auch nicht leicht. Aber echt.
Vermutlich schreibe ich deshalb so gerne über Liebe, die nicht oberflächlich ist. Über Beziehungen, die Hindernisse überstehen müssen. Über Männer und Frauen, die lernen müssen, einander wirklich zu sehen.
Denn ich glaube nicht an perfekte Menschen.
Aber ich glaube an Liebe, die sich entscheidet zu bleiben.
Cecile und die stille Seite von mir
Cecile ist vermutlich der Teil von mir, den viele Menschen im Alltag wahrnehmen würden.
Die ruhige Seite. Die beobachtende Seite. Diejenige, die Gefühle oft länger mit sich herumträgt, als sie zeigen möchte.
Cecile liebt tief. Möglicherweise zu tief.
Sie stellt sich selbst zurück. Versucht zu verstehen. Versucht Harmonie zu bewahren. Und meist hofft sie so sehr auf Liebe, dass sie Schmerz zu lange erträgt.
Das klingt hart. Aber ich glaube, viele empathische Menschen kennen das ganz genau.
Cecile trägt außerdem etwas in sich, das auch mich stark geprägt hat: das Gefühl, nicht genug zu sein, obwohl man alles gibt.
Gerade deshalb war ihre Geschichte für mich emotional schwierig zu schreiben.
Denn „Davenger – Der Bruder des Dukes“ handelt nicht von leichter Liebe. Es ist die Liebe als Entscheidung. Von Verletzungen. Von Angst und emotionalem Rückzug.
Und wahrscheinlich auch davon, wie schwer es sein kann, sich selbst nicht zu verlieren, wenn man jemanden liebt.
Georgiana und die Stärke, die ich gern früher gehabt hätte
Georgiana ist wahrscheinlich die Figur, die dem entspricht, was ich manchmal gern früher gewesen wäre.
Direkter. Mutiger. Unabhängiger.
Sie sagt Dinge, die andere sich nicht trauen würden. Sie widerspricht. Sie kämpft. Und sie akzeptiert nicht einfach die Regeln, die man ihr vorsetzt.
Ich bewundere das an ihr.
Denn viele Frauen lernen früh, sich anzupassen. Nicht zu schwierig zu sein. Nicht zu emotional oder zu fordernd.
Und genau das macht sie für mich so spannend.
In ihr steckt die Version von mir, die sich irgendwann entschieden hat, sich selbst ernster zu nehmen.
Warum meine Figuren sich oft „echt“ anfühlen
Ich glaube inzwischen, dass Leser spüren, ob Figuren nur konstruiert wurden oder ob echte Emotionen hinter ihnen stehen.
Viele Szenen in Davenger entstehen nicht zuerst aus Worten.
Sie entstehen als Gefühl. Es sind Bilder und Momente, die ich innerlich sehe, bevor ich sie schreibe.
Das hängt sicher auch mit meiner Hyperphantasie zusammen, über die ich vor Kurzem gesprochen habe. Szenen laufen in meinem Kopf oft wie kleine Filme ab. Mit Räumen, Blicken, Lichtstimmungen und unausgesprochenen Emotionen.
Und wahrscheinlich tragen meine Figuren deshalb so viel von mir in sich.
Nicht, weil ich genau sie bin.
Eher weil ich ihre Gefühle kenne.
Alle drei sind Teile meiner selbst.
Für mich ist Schreiben genau das:
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